Ehrlicherweise ist dieser Beitrag eine Aktualisierung. Gut zwei Jahre ist es her, dass dieser Text schon einmal das Licht der Welt erblickt hat – damals noch auf türkisem Hintergrund. In der Zwischenzeit hat sich nicht nur der Look der Seite verändert. Ich habe auch die Nachrichtenwelt hinter mir gelassen.

Diese Zeit war prägend. Über viele Jahre hat sie meinen Blick geschärft: für Relevanz, für klare Strukturen, für die Verantwortung, Informationen verständlich und korrekt aufzubereiten. Unter hohem Zeitdruck zu arbeiten, Entscheidungen schnell zu treffen und trotzdem präzise zu bleiben, gehörte dort zum Alltag. Das hat meine Arbeitsweise nachhaltig beeinflusst – bis heute.

Nach der Arbeit in den News folgte der Wechsel zum Bundesrechnungshof, wo ich heute arbeite. Der Fokus ist dort ein anderer: weniger Aktualität, mehr Analyse. Es geht um Zahlen, Strukturen und Prozesse – und darum, komplexe Sachverhalte so aufzubereiten, dass sie nachvollziehbar, überprüfbar und belastbar bleiben. Diese Arbeit erfordert Ruhe, Genauigkeit und eine sehr klare Methodik.

In beiden Kontexten habe ich viel gelernt. Fachlich, aber auch methodisch. Wie man komplexe Inhalte reduziert, ohne sie zu verfälschen. Wie wichtig visuelle Hierarchien sind. Und wie stark Gestaltung die Wahrnehmung von Information beeinflusst. Gleichzeitig wurde mir immer bewusster, wo die Grenzen liegen: wenig Raum für Experimente, kaum Platz für Umwege oder spielerische Ansätze.

Der Abschied von der klassischen Nachrichtenwelt war deshalb kein Bruch, sondern eine bewusste Verschiebung des Fokus. Weg vom permanenten Aktualitätsdruck, hin zu Themen mit mehr Tiefe und längerer Halbwertszeit. Diese Seite ist ein Gegenpol dazu: ein Ort für Arbeiten, die nicht tagesaktuell sein müssen, sondern aus Interesse, Neugier und Lust am Gestalten entstehen.

Die Arbeiten hier sind stark inspiriert von Musik – vor allem elektronischer –, von Game Design und digitalen Welten. Es geht um Rhythmus, Wiederholung, Systeme, Regeln und deren bewusste Brüche. Um visuelle Logiken, die eher gespielt als erklärt werden wollen.

Hier fließen Erfahrungen und Leidenschaften aus all diesen Welten zusammen. Ohne Briefing, ohne Zielvorgabe, ohne Erwartungshaltung. Spiel und Experiment stehen im Vordergrund. Projekte dürfen scheitern, sich verändern oder einfach nur existieren, weil sie interessant sind.

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Hallo Welt (2.0)

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