Die Idee, eigene T-Shirts zu gestalten, hatte ich schon länger. Mir gefällt das Format – es ist direkt, tragbar und funktioniert wie eine Leinwand im Alltag. Anders als ein Bild, das an der Wand hängt und auf Betrachtung wartet, bewegt sich ein T-Shirt durch die Welt, begegnet Menschen in der U-Bahn, auf Konzerten, auf der Straße. Es trägt seine Botschaft aktiv in den Raum – das hat etwas Demokratisches, fast Subversives.

Die Motive der Serie „Broken Signals“ sind stark von elektronischer Musik und ihrer Ästhetik beeinflusst. Es geht um Übersteuerung, um Systeme, die aus dem Takt geraten – grafisch übersetzt in Zerrbilder, Neonfarben und fragmentierte Kompositionen. Die Farbpalette bewegt sich zwischen grellem Magenta, kaltem Cyan und tiefem Schwarz – Töne, die an Monitore erinnern, die flackern, an Signale, die sich überschlagen. Formen brechen auf halbem Weg ab, Linien wiederholen sich mit minimaler Verschiebung, als würden sie in einer Endlosschleife stecken.

Genau wie ein Track, der plötzlich kippt – wenn der Bass einsetzt, wo man ihn nicht erwartet, oder wenn ein Beat absichtlich aus dem Raster fällt – erzeugen diese visuellen Brüche Spannung und lassen Raum für Interpretation. Man kann die Motive als Störung lesen oder als Struktur, als Fehler oder als Absicht. Diese Ambivalenz ist gewollt. Für mich ist das visuelle Musik – ohne Sound. Eine Frequenz, die man nicht hört, aber spürt.

Noch befindet sich das Projekt in einem offenen Stadium – als Sammlung von Skizzen, visuellen Fragmenten und gestalterischen Versuchen. Die T-Shirts sind dabei nicht als fertige Produkte gedacht, sondern als Fläche für Experimente. Was daraus entsteht, ist noch nicht festgelegt.

T-Shirt-Rückseite mit dem Motiv „Survaillance": ein Mast aus magentafarbenen Überwachungskameras über einem gelben Block mit schwarzem Kreuz
„Survaillance“ © 2025, bbst.
„Tree“ © 2025, bbst.
„Two minutes hate“ © 2025, bbst.
„Attack“ © 2025, bbst.

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Broken Signals

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